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Heute ist es nun endlich soweit. Sabine bringt uns zum Bahnhof nach Waiblingen. Von hier aus fahren wir mit der S-Bahn nach Stuttgart und mit dem ICE weiter nach Frankfurt. Dort erwarten uns bereits Monika und Matthias. Nach einem gemeinsamen Abendessen fährt uns Matthias zum Frankfurter Flughafen. Um 23:55 Uhr geht unsere Qantas Maschine nach Bangkok. Da nicht alle Plätze im Flugzeug belegt sind, kommen wir diesmal sogar in den Genuss einer Dreierreihe. Um 15:00 Uhr Ortszeit erreichen wir schliesslich Bangkok. Das Thermometer zeigt mittlerweile 33 Grad an - die Luftfeuchtigkeit ist schon fast unerträglich. Über den "Don Muang International Airport" tobt gerade ein heftiger Thunderstorm. Wir haben zweieinhalb Stunden Aufenthalt und verbringen die Zeit im Terminal mit Shopping. Um 17:30 Uhr sitzen wir bereits in der Maschine nach Sydney. Neben uns auf dem Rollfeld steht "Wunala Dreaming", eine rotlackierte, mit Aboriginal Motiven verzierte Boeing 747-400 der australischen Fluggesellschaft Qantas.

Ankunft in Sydney um 5:30 Uhr morgens auf dem "Kingsford Smith Airport". Die ersten Sonnenstrahlen - wir haben heute wunderbares Wetter. Die Fahrt vom Flughafen ins Hotel Gazebo ist uns noch von unserer zweiten Reise 1997 vertraut. Wir buchen gleich an der Rezeption unser Zimmer um. Yeah, Glück gehabt. Zimmer im 16. Stockwerk des Towers mit Blick auf die Harbour Bridge, das Opernhaus und die Skyline von Sydney. Wir schlendern erst einmal von Kings Cross hinunter zum Botanischen Garten und danach zum Opernhaus. Vom Circular Quay legen wir mit der Jetty Cat - einem Schnellboot - ab zum Olympic Park nach Homebush Bay. Mittelpunkt der Anlage ist das futuristische, 115.000 Zuschauer fassende "Stadium Australia". Den Abend lassen wir beim Dinner in Darling Harbour ausklingen.

Am frühen Morgen ist für 6:45 Uhr der Bridge Climb angesagt - Wahnsinn! In 135 Meter Höhe stehen wir auf dem höchsten Punkt der Sydney Harbour Bridge. Die Aussicht ist fantastisch - wolkenloser Himmel soweit das Auge reicht. Unter uns spiegelt sich die morgendliche Sonne auf der Wasseroberfläche von Sydney Cove. Der Bridge Climb dauert ungefähr drei Stunden und kostet 125 Dollar. Aber es lohnt sich auf jeden Fall. Mit der Mono Rail erreicht man die wichtigsten Punkte in der City. Den Daypass bekommt man schon für sieben Dollar. Irgendwie auf dem Weg zurück nach Kings Cross bleiben wir im Hardrock Cafe hängen. Dort ist gerade Happy Hour und das Bier kostet jetzt nur die Hälfte. Ein Grund mehr etwas länger zu bleiben. Danach finden wir uns in einem der vielen Internet Cafes wieder. Zurück im Hotel geniessen wir die tolle Aussicht von unserem Zimmer auf das hell erleuchtete Sydney.
 
Sydney skyline - view from Darling Harbour
> Sydney 
Sydney - Opera House
> Sydney - Opera House
Sydney - Bridge Climb
> Sydney - Harbour Bridge
Wave Rock near Hyden
> Wave Rock
Road to Ravensthorpe
> Mallee Fowl

Nach dem Frühstück in einem der zahlreichen Cafes in der Nähe unseres Hotel machen wir uns auf den Weg zu "The Rocks" - dem sehenswerten, historischen Stadtteil von Sydney. Gleich nebenan im Hafenbecken liegt das legendäre Segelschiff "Bounty" vor Anker. Einen Besuch in Chinatown, mit seinen vielen Restaurants und Geschäften, sollte man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen - ebenso die zahlreichen Märkte. Die bekanntesten sind der Paddington Bazar, Balmain Markets oder auch der Paddy's Market an der Ecke Hay Street / Haymarket. Typisch australische Markenartikel findet der Besucher in den Disposal Shops. Sydney bietet zudem auch ein überwältigendes kulturelles Angebot. Szenecafes und Musikkneipen sind über die ganze Stadt verteilt. Vom Internet Cafe verschicken wir noch einige e-mails, bevor wir irgendwann abends nach Kings Cross zurückkehren.

Am Morgen verlassen wir nun wieder Sydney und fliegen mit Qantas nach Perth in Western Australia. Im Westen ist es jetzt noch sehr heiss und trocken. Es sieht so aus als hätte es schon seit Wochen nicht mehr geregnet. Hier findet auch die Übernahme unseres Toyota LandCruisers statt. Der Wagen scheint in Ordnung zu sein. Campingtisch und Stühle bekommen wir noch gratis dazu. So, nun ist natürlich erst einmal Grosseinkauf angesagt. Lebensmittel, Wasser, Bier und was man noch so alles zum Leben braucht finden wir im Woolworths. Danach fahren wir hinauf zum Kingspark. Von hier hat man den besten Blick auf Perth und den Swan River. Wir erhalten die erste SMS von Inka und Silko und entschliessen uns dann hier oben im Auto zu übernachten.

Nach unserer ersten Nacht im Auto geht es heute zum Wave Rock. Es ist sehr warm und sonnig. Sogar die Schafe haben sich unter den Bäumen in den Schatten gelegt. Auf dieser Strecke bekommt man sehr viele Bloodwood Eukalyptusbäume zu sehen. An endlosen Weizenfeldern vorbei führt die Strasse durch trockenes Land nach Osten Richtung Hyden. Die letzten Sonnenstrahlen lassen den Fels nochmals in den schönsten Gelbtönen erscheinen. Ein Campground befindet sich übrigens in unmittelbarer Nähe.
 
Ally
> Andrea and Ally
Nullarbor Plain
> Nullarbor Plain
Dingos at the Nullarbor Roadhouse
> Nullarbor Roadhouse
Inside the Nullarbor Roadhouse
> Nullarbor Roadhouse
Great Australian Bight
> Great Australian Bight

Früh morgens werden wir durch das Geschrei der Vögel geweckt. Wir gehen nochmal zum Wave Rock um noch ein paar Fotos zu machen. Dieser Felsen gleicht einer zu Stein erstarrten Welle. Die Farben sind faszinierend. Gut erhaltene Handpaintings gibt es in den Bates Caves 20 Kilometer von Hyden entfernt zu sehen. Wir fahren nun weiter nach Esperance. Dort werden wir schon von Cathy erwartet. Russel, ihr Mann ist zu diesem Zeitpunkt 500 Kilometer weiter nordöstlich irgendwo im Busch. Russel haben wir übrigens 1999 in Norseman kennengelernt - seine junge Border Collie Hündin Ally ist uns damals zugelaufen. Seiner Einladung, ihn zu besuchen und bei ihm zu wohnen, sind wir gerne nachgekommen.

In Esperance gefällt es uns sehr gut - Cathy zeigt uns die schönsten Plätze und die besten Einkaufsläden. 760 Kilometer von Perth entfernt säumen lange weisse Sandstrände das türkisfarbene Wasser. 200 Inseln sind der Küste vorgelagert. Der Abschied fällt uns natürlich nicht leicht - von Cathy erhalten wir noch einen von Russel's alten Hüten - einen Orginal AKUBRA. Jetzt fahren wir erstmal weiter nach Norden - Richtung Norseman. Hier beginnt der Eyre Highway und vor uns liegen noch 1800 Kilometer bis nach Adelaide in Südaustralien. Doch soweit wollen wir heute nicht fahren - wir müssen nur versuchen vor Sonnenuntergang Russel's Camp zu erreichen. Wir kommen nun an die längste gerade Strecke Australiens. 90 Meilen oder 146,6 Kilometer ohne eine einzige Kurve. Irgendwann erreichen wir schliesslich das Camp. Es ist mittlerweile schon dunkel und nur mit Mühe erkennen wir im Scheinwerferlicht Russel's Markierung. Eine alte Tonne dient uns als Wegweiser abseits des Highway. Durch den Sand und zwischen den Mulgabüschen hindurch wühlt sich der LandCruiser durch die sternenklare Nacht. Nach einiger Zeit erreichen wir das Camp - hier wohnen Russel und seine Leute, wenn sie nicht gerade mit Strassenbauarbeiten beschäftigt sind. Ein riesiger Fuhrpark mit Trucks und Gradern, mit Wohncontainern und Stromaggregaten. Das Wiedersehen ist überwältigend. Meine Güte ist Ally gross geworden - aber noch genauso verschmust wie vor zwei Jahren. Die Männer im Camp brutzeln Steaks auf dem Campfire. Die Nacht im "Million-Stars-Hotel" wird unvergesslich bleiben. Da es hier draussen im dunklen Busch keine störenden Lichtquellen gibt, sieht man den Sternenhimmel ganz besonders deutlich.
 
Nullarbor Plain
> Nullarbor Plain
Nullarbor Plain - Border Village
> Border Village
Sunset at the Nullarbor Plain
> Nullarbor Plain
Sunset at the Nullarbor Plain
> Nullarbor Plain
Sand Dunes at Eucla
> Eucla

Morgens gibt es ein schnelles Frühstück - selbstgebackenes Brot - Damper -  es schmeckt hervorragend. Russel und seine Männer sind schon seit den frühen Morgenstunden bei der Arbeit. Schon wieder heisst es Abschied nehmen - mal sehen, vielleicht besuchen uns Cathy und Russel ja demnächst mal in Germany. Wir würden uns freuen. Ally würden wir natürlich am liebsten mitnehmen. Wir fahren weiter über den Eyre Highway  Richtung Osten zum Eucla Pass. Von hier bietet sich einem ein fantastischer Ausblick auf die Dünenlandschaft. Wir verlassen nun Western Australia und kommen nach Border Village, dem Grenzort in South-Australia. Hier beginnt nun also die Nullarbor Plain - die baumlose Ebene - nebenbei wird die Uhr noch 45 Minuten vorgestellt.

Wegen der tiefstehenden Sonne sind wir schon vor Tagesanbruch unterwegs - nicht ganz ungefährlich, da um diese Zeit auch viele Emus den Weg kreuzen. Abzweigungen vom Eyre Highway führen direkt zur Great Australian Bight. Teilweise fallen die Klippen bis zu 100 Meter in den Indischen Ocean ab - ein gigantisches Naturschauspiel. Im Laufe des Vormittags kommen wir also am Nullarbor Roadhouse an - wo uns gleich zwei Dingos über den Weg laufen. Grosse Aufmerksamkeit erwecken wir natürlich mit unserem T-Shirt Aufdruck www.nullarbor.de. Viele Leute halten die Nullarbor Plain für eine monotone Ebene - wer sich aber Zeit nimmt, wird überwältigt sein vom Küstenpanorama, dem Whale Watching oder den unterirdischen Höhlensystemen. Weiter östlich in Ceduna gelangen wir zur ersten Quarantäne Station. Wir müssen unser gesamtes Obst und Gemüse abgeben. Australien hat bekanntlich ein Fruchtfliegenproblem und wir haben jetzt dafür einen leeren Kühlschrank. Poochera heisst der nächste Ort und als Ausgleich für entgangene Vitamine kostet der Campground hinterm Hotel nur 10 Dollar.

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