| Heute beginnt
sie nun also - unsere fünfte Reise auf den australischen Kontinent.
Um 14:00 Uhr fahren wir mit der S-Bahn von Waiblingen zum Flughafen nach
Stuttgart. Abseits der Startbahn steht das grösste amerikanische Transportflugzeug,
eine Lockheed C-5 Galaxy. Von hier aus fliegen wir jetzt zuerst einmal
nach Frankfurt. Der Weiterflug von Frankfurt nach Singapore verzögert
sich allerdings um eine Stunde. Als kleinen Trost erhalten wir von "Singapore
Airlines" Getränke und belegte Brötchen. Um 22:15 Uhr ist es
nun endlich soweit. In der Boing 747-400 Longreach bekommen wir sogar eine
Viererreihe ganz für uns alleine zugeteilt, was natürlich den
zwölfstündigen Flug nach Singapore um einiges angenehmer macht.
Neunzig verschiedene Fernseh- und Radioprogramme sorgen dazu noch für
allerbeste Unterhaltung.
Es ist bereits
8:00 Uhr morgens und wir konnten die ganze Nacht gut durchschlafen. Im
Flugzeug duftet es jetzt schon angenehm nach frischem Kaffee. Hinter uns
liegen jetzt schon 12.000 Flugkilometer. Bevor die Maschine demnächst
zur Landung ansetzt, wird uns letztmals noch ein tolles Frühstück
serviert. Die fünfstündige Wartezeit auf dem "Changi Airport"
von Singapore nehmen wir gerne in Kauf – zählt dieser doch zu den
schönstem Flughäfen der Welt. Die Hallen sind komplett mit Teppichböden
ausgelegt. Neben einem gut sortierten Supermarkt befinden sich hier über
100 Duty Free-Shops, viele Restaurants, Snack-Bars und Cafes. Überall
werden westliche und asiatische Spezialitäten angeboten. Viele Restaurants
und Cafes sind rund um die Uhr geöffnet. Weiterhin werden Duschmöglichkeiten,
Fußreflexzonen- und Rückenmassage, ein Schwimmbad und sogar
ein Fitness-Center angeboten. In der Abflughalle im Terminal 2 befindet
sich das Internetzentrum. Computerarbeitsplätze mit Internetzugang
stehen in grosser Auswahl zur Verfügung. Wir nutzen die Zeit und verschicken
erst einmal kostenlos Videomails an unsere Freunde. Auf Grund der akuten
Ansteckungsgefahr durch SARS tragen übrigens fast alle Reisenden Atemschutzmasken.
Auch wir streifen uns so ein Ding über und vermeiden, wenn möglich,
grössere Menschenansammlungen. Der Weiterflug nach Brisbane geht diesmal
pünktlich um 21:10 Uhr. Kurz vor dem Start tauschen wir noch schnell
unsere Plätze und wechseln in eine leere Fensterreihe. Nach weiteren
acht Stunden Flugzeit landet die Maschine morgens um 6:20 Uhr im sonnigen
Brisbane.
> Byron
Bay |
> Surfers
Paradise |
> Hard Rock
Cafe |
> Crocodile
Hunter |
> Australia
Zoo |
Nach der
Gepäckausgabe machen wir uns direkt auf den Weg zum Meeting-Point
um uns mit Chris, unserem Fahrzeugvermieter von TCC, zu treffen. Während
wir noch warten, hoppelt ein pinkfarbener Osterhase durch die Ankunftshalle
und verteilt Süssigkeiten. Klar, ist ja auch Ostern. Da von Chris
noch nichts zu sehen ist, rufen wir ihn auf seinem Mobilephone an. Wie
sich herausstellt, ist er mit dem Fahrzeug noch auf dem Weg von Sydney
nach Brisbane unterwegs. In etwa einer Stunde will er jedoch am Flughafen
sein. Pünktlich erscheint er jetzt mit unserem Toyota LandCruiser.
Die Formalitäten sind recht schnell erledigt - die Fahrzeugübergabe
findet auf dem Parkplatz statt. Chris fliegt anschliesend mit der nächsten
Maschine wieder zurück nach Sydney. Wir machen uns unterdessen auf
den Weg zur 90 Kilometer südlich von Brisbane gelegenen Ortschaft
Burleigh Heads. Im Supermarket werden zuerst die Lebensmittelvorräte
für die nächsten Tage eingekauft. Ganz in der Nähe besuchen
wir am Nachmittag Sonja und Doug. Natürlich gibt es jetzt viel zu
erzählen nach all den Jahren die wir uns nicht mehr gesehen haben.
Bis tief in die Nacht werden Erinnerungen ausgetauscht und Fotoalben gewälzt.
What a day!
Schon früh
am Morgen werden wir durch das muntere Gezwitscher der Vögel aus dem
Schlaf gerissen. Draussen wird es nun langsam hell. Die Zeitumstellung
haben wir gut verkraftet - von Jet Lag keine Spur. Strahlend blauer Himmel
erstreckt sich über den "Sunshine State" Queensland. Heute wollen
wir noch einen Abstecher nach New South Wales machen. Im Laufe des Vormittags
verabschieden wir uns von Sonja, Doug und den Kindern. Über den "Pacific
Highway" erreichen wir gegen Mittag die kleine Surferortschaft Byron Bay.
Durch dichten Regenwald mit herrlichen Aussichtspunkten schlängelt
sich eine Panoramastrasse hinauf zum Lighthouse. Ganz in der Nähe
befindet sich zugleich auch der östlichste Punkt des australischen
Kontinents. Von hier oben hat man eine fantastische Aussicht auf den glitzernden
Pacific und den langen Strandabschnitt von "Cape Byron". Der ehemalige
Aussteigerort Byron Bay liegt in unmittelbarer Nähe des Strandes.
In der Johnston Street reihen sich zahlreiche Alternativläden und
jede Menge Pubs und Cafes aneinander. In einem der vielen Restaurants legen
wir erstmal eine Pause bei einer riesigen Portion Fish and Chips ein. Direkt
in Stadtnähe befindet sich auch unser Campingplatz. Eine "Powered
Site" kostet hier 23 Dollar. Da man von diesem Platz aber zugleich einen
herrlichen Blick aufs Meer hat, ist der Preis doch ganz angemessen. Bevor
es dunkel wird machen wir uns noch mit dem Equipment unseres Fahrzeugs
vertraut. Das Dachzelt ist binnen einer Minute aufgestellt und verspricht
ein angenehmes Schlafen in luftiger Höhe. Gleich nebenan in der Campkitchen
bereiten wir unser Abendessen zu, bevor es zum Sonnenuntergang nochmals
in die Stadt geht. Ohrenbetäubendes Vogelgekreische durchdringt die
lebhaften Strassenzüge. Riesige Papageienschwärme sammeln sich
zur Nachtruhe in den Bäumen.
> Inca Creek |
> Charters
Towers |
> Flinders
Highway |
> Mount
Isa |
> Mount
Isa |
Einen Wecker
braucht man in diesem Land mit Sicherheit nicht, da man jeden Morgen von
lautem Vogelgezwitscher geweckt wird. Ibisse - australische Stelzvögel
mit langen krummen Schnäbeln marschieren über den Platz und machen
sich über die Essensreste der Camper her. Von Byron Bay geht es nun
wieder zurück in den Bundesstaat Queensland. Am Vormittag schauen
wir nochmals bei Sonja in ihrem Office in Robina vorbei. In zwei Jahren
möchten wir sie auf jeden Fall wieder besuchen. Unsere Fahrt geht
nun weiter Richtung Norden. Entlang den endlosen Sandstränden der
"Gold Coast" nähern wir uns der impossanten Skyline von Surfers Paradise.
Es ist mittlerweile sehr windig und die Wellen dementsprechend hoch. Die
Temperaturen liegen heute weit über der 30°C Marke, was uns natürlich
zu einem ausgedehnten Einkaufsbummel in den unzähligen klimatisierten
Shops bewegt. Nicht umsonst hat Surfers Paradise auch den Beinamen "Shoppers
Paradise". Ein Besuch im berühmten "Hard Rock Cafe" steht ebenso auf
dem Programm wie ein langer Spaziergang am weissen Strand der 150.000 Einwohner
zählenden Surfer-Metropole. Im Laufe des Nachmittags verlassen wir
nun wieder Surfers. Vorbei an Brisbane, der Hauptstadt von Queensland erreichen
wir am Nachmittag die "Glasshouse Moutains". Die bizarr aufragenden Bergspitzen
sind die letzten Überreste verloschener Vulkane. In der Nähe
der kleinen Ortschaft Beerwah finden wir für 18 Dollar einen schönen
Campground inmitten eines herrlich gelegenen Waldstücks. Morgen steht
ein Besuch von Steve Irvin's "Australia Zoo" auf dem Tagesprogramm. Weltberühmt
wurde Steve als Moderator seiner Fernsehdokumentation "Crocodile Hunter".
Noch vor
Tagesanbruch werden wir unverkennbar vom charakteristischen Gelächter
des Kookaburras geweckt. Dieser grösste australische Eisvogel ist
an der gesamten Ostküste Queenslands anzutreffen. In der letzten Nacht
hat es allerdings stark geregnet – der ganze Platz steht noch unter Wasser.
Glücklicherweise standen unsere Stiefel kopfüber vor unserem
Dachzelt. Um 8:30 Uhr öffnet der "Australia Zoo". Der wunderschön
angelegte Park bietet neben zahlreichen Krokodilen auch einen sehr aufschlussreichen
Eindruck über die einzigartige Tierwelt Australiens. Alle Tiere haben
ihr eigenes Rückzugsgebiet, um sich auch mal den Blicken der zahlreichen
Besucher entziehen zu können. Zweimal am Tag findet hier die Fütterung
der Krokodile statt. Die sollte man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen.
Die "Croc-Show" findet am Wasserbecken statt, an dem auch Steve‘s Kinofilm
gedreht wurde. So nebenbei lernen wir also auch den Hauptdarsteller seines
neusten Films, das Krokodil "Monty" kennen. Während der Vorführung
fällt urplötzlich aus der Palme über uns eine grüne
Baumschlange direkt hinter uns auf den Boden. Puhh – war nur ein leichter
Streifschuss. Zum Glück ist einer der Ranger direkt vor Ort und entfernt
blitzschnell durch einen beherzten Zugriff die giftgrüne Schlange.
Nach einem tollen Tag im Zoo beschliessen wir heute noch ein Stück
weiterzufahren. In den späten Nachmittagsstunden erreichen wir die
Ortschaft Maryborough. Der Campground dort kostet nur 12 Dollar. Zahlreiche
restaurierte Gebäude und Queensländer Holzhäuser aus der
Zeit um die Jahrhundertwende machen einen guten Eindruck auf den Besucher.
Jetzt wäre es allerdings mal wieder an der Zeit um unsere Lebensmittelvorräte
aufzufüllen. Auf dem Rückweg vom Supermarkt haben wir allerdings
das Problem, dass wir in der Dunkelheit unseren Campground kaum noch wieder
finden. Nachdem wir ewig und drei Tage in und um Maryborough gekreist sind,
haben wir uns das abendliche BBQ aber redlich verdient. Während die
Steaks auf dem Rost grillen gesellt sich noch der Hund vom Platzwart zu
uns. Wir geben ihm erstmal den Namen "Eddy" – das passt eigentlich ganz
gut zu ihm. Auch ihm schmecken unsere Steaks – zumindest mal stellt er
keine allzu grossen Ansprüche an das verkokelte Stückchen Fleisch.
> Walkabout
Creek.... |
> Home of.... |
> Crocodile
Dundee |
> Devil's
Marbles |
> Devil's
Marbles |
Es ist fünf
Uhr früh. Ein Kookaburra reisst uns mal wieder lautstark aus allen
Träumen. Nach einem ausgiebigen Frühstück in der Campkitchen
fahren wir weiter nach Rockhampton. Überdimensionale Bullen Statuen
erinnern ständig daran, dass man sich in der "Beef Capitol of Australia"
befindet. Der Besuch im "Dreamtime Cultural Centre" führt uns in die
40.000 Jahre alte Kultur der Aboriginal People ein. Direkt am Bruce Highway
liegt der Abzweig nach Yeppoon an der "Capricorn Coast". An diesem grandiosen
Küstenabschnitt finden wir einen Campground in unmittelbarer Nähe
zum Meer. Momentan ist gerade Low Tide und der Strand dementsprechend voll
mit kleinen Krebsen. Zurück auf dem Campground bleibt jetzt noch genügend
Zeit das Bordequipment unseres LandCruisers "Troopy" ausgiebig durchzuchecken,
damit wir im Notfall auch alles schnell griffbereit haben. Zur Ausstattung
zählen neben einer Seilwinde auch ein zweites Ersatzrad, ein Kompressor,
eine Schaufel, ein gut sortierter Werkzeugkoffer und ein riesiger Highlift
Jack (langhubiger Wagenheber). Unser Toyota erweckt zwischenzeitlich auch
die Aufmerksamkeit der um uns campierenden Urlauber. Nicht verwunderlich
– denn anscheinend sind wir hier die einzigen auf dem Campground mit einem
4 Wheeler und einem Dachzelt gleich oben drauf. Inmitten von übergrossen
Wohnmobilen dringt laut das nervtötende Geräusch der Ventilatoren
und Dunstabzugshauben aus den um uns positionierten rollendenden Wohnzimmern.
> australia
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